ADHS

Die sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der am häufigsten diagnostizierten psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Das auch als Hyperkinetische Störung (HKS) bezeichnete Phänomen tritt Statistiken zufolge bei 6 bis 7 Prozent aller Menschen bis zu einem Alter von 18 Jahren auf. Auffällig ist, dass Jungen weitaus häufiger von ADHS betroffen sind als Mädchen.

Seit einiger Zeit mehren sich Zweifel, dass es sich bei ADHS tatsächlich um ein psychisches Leiden handelt. In einigen Blogs ist gar von einer „fabrizierten Krankheit“ die Rede. Befeuert wird diese Entwicklung unter anderem durch Äußerungen des amerikanischen Arztes Leon Eisenberg, auf dessen Forschung das ADHS-Konzept basiert.

Gegen Ende der 60er Jahre hatte der Psychiater dafür gesorgt, dass unaufmerksames und hippeliges Verhalten von Kindern als Krankheit klassifiziert wurde. Anfang 2012 gestand Eisenberg in einem Interview mit dem Wissenschaftsjournalisten Jörg Blech, dass er Zweifel an der Korrektheit der Diagnosen hegt. Der Grund hierfür seien die explosionsartig ansteigenden Fälle von ADHS in den zurückliegenden Jahrzehnten.

Ende 2013 erschien in der New York Times ein Artikel, der erneut Wasser auf die Mühlen der ADHS-Kritiker goss. Der Autor Keith Conners vertritt darin die Ansicht, die Zahl von 3,5 Millionen Fällen sei „zusammengesponnen“ worden, um die Abgabe von Medikamenten in „nicht mehr zu vertretenden Mengen“ zu rechtfertigen. Mit dieser These brachte der emeritierte Professor für Psychologie einen beträchtlichen Teil seiner Zunft gegen sich auf und muss sich seitdem harscher Kritik erwehren.

Der Verkauf von Ritalin ist ein Milliarden-Geschäft

Egal, ob man den Ausführungen von Prof. Conners Glauben schenkt oder nicht – Fakt ist, dass der Vertrieb von Ritalin den Pharmaunternehmen exorbitante Gewinne beschert. Alleine der Novartis-Konzern machte im vorvergangenen Jahr einen weltweiten Umsatz von 594 Millionen US-Dollar. In der Schweiz sitzen Schätzungen zufolge in jeder Klasse drei bis vier Kinder, die regelmäßig Ritalin einnehmen.

Einer der Hauptkritikpunkte der ADHS-Gegner ist die fehlende Forschung zur Beurteilung der Langzeitwirkungen. Der in Ritalin enthaltene Wirkstoff Methylphenidat ist ein Derivat des Amphetamins und fällt daher unter das Betäubungsmittelgesetz. Aufgrund der Meldepflicht wäre es einfach, genaue Daten zu erhalten – dennoch liegen bis heute keine aussagekräftigen Studien vor.

Der bei der UNO tätige Soziologe Pascal Rudin ist der Ansicht, dass die Verschreibung von Ritalin in 95 Prozent aller Fälle überflüssig ist. Weil Ritalin effizient sei und kurzfristig funktioniere, so Rudin, würden Kinder stigmatisiert. Er verweist auf eine amerikanische Studie, nach der sich durch die Einnahme von Methylphenidat zunächst gewisse Vorteile ergeben. Nach drei Jahren sind diese jedoch nicht mehr nachweisbar. Gegenüber nicht-medikamentösen Therapieformen zeigen sich auf lange Sicht sogar Nachteile.

Pädagogen: Schulen setzen Eltern unter Druck

In der jüngsten Zeit haben sich einige Pädagogen zum Thema Ritalin geäußert – wohl wissend, dass Sie sich damit einem Risiko aussetzen. Offenbar passiert es immer wieder, dass Schulen die Eltern unruhiger Kinder so unter Druck setzen, dass diese einer Medikamentierung mit Ritalin zustimmen. Es sei eben leichter, den Sprössling ruhig zu stellen, als sich mit ihrer natürlichen Energie auseinanderzusetzen. Zudem würden die Eltern so von ihrer Verantwortung für das Kind befreit.

Zur Überraschung vieler Gesundheitsexperten meldet inzwischen sogar die eher konservative „Deutsche Apotheker-Zeitung“ Bedenken an der gegenwärtigen Medikamentierungspraxis an. In einem Beitrag heißt es, Ritalin sei „eine Pille gegen eine erfundene Krankheit“. Mehrfach wird ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert, in dem dargelegt wird, wie inflationär Ärzte mit der Diagnose ADHS umgehen.

 

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1 Kommentar

  1. janosch sagt:

    Sehr gut das endlich mal diese Zwangsmedikation unserer Kinder
    kritisch beleuchtet wird! Leider ist das Problem in diesem Artikel aber noch wesentlich harmloser dargestellt, als es in der Realität ist!!!
    Denn nicht nur die Schule übt Druck auf Eltern aus, sondern auch die
    Jugendämter! Dies geht sogar soweit, dass Kinder zwangsweise in eine
    Klinik eingewiesen werden und dort Zwangsmedikamentiert werden, ohne
    die Eltern zu informieren oder ihre Zustimmung zu haben. Aber es geht sogar noch schlimmer, weigern sich Eltern gegen solche Zwangsmassnahmen, droht das Jugendamt mit dem Sorgerechtsentzug der Eltern und der Zwangsunterbringung in einem Kinderheim. Das spätestens da die Eltern einknicken und ihre Kinder der behördlichen Kindesmisshandlung preisgeben, dürfte klar sein. Dies ist aber nicht etwa ein Einzellfall sondern solche Fälle sind mir aus mehreren verschiedenen Bundesländern bekannt, scheint also gängige Praxis zu sein. Meiner Meinung nach eine eklatante Menschenrechtsverletzung und Körperverletzung an unseren Kleinsten und Schwächsten (Kinder) die
    sich dagegen nicht wehren können.

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