Was tun, wenn die Pubertät kommt?

Pubertaet

Fast jeder Elternteil, dessen Kind die Grenze von zwölf Lebensjahren überschritten hat, kennt folgende Situation: Entgegen der Vereinbarung trifft der Sprössling am Wochenende nicht zum vereinbarten Zeitpunkt zu Hause ein. Unruhig wartet man Stunde um Stunde, bis schließlich mitten in der Nacht die Tür aufgeht und ein teilnahmslos wirkender Halbwüchsiger im Flur steht.

Wer die Schuld für dieses Verhalten bei sich selbst sucht, befindet sich auf dem falschen Weg. Ab einem gewissen Alter spielen die Hormone der Kinder verrückt: Nicht nur das Äußere (bei Zahnfehlstellungen ist ein Gang zum Kieferorthopäden in Wien, Zürich oder Bern ein Muss) verändert sich in nie gekannter Weise – auch im Hinblick auf das Sozialverhalten ist auf einmal nichts mehr so, wie es vorher war. Scheinbar aus dem Nichts heraus entstehen Konflikte, bei denen es um belanglose Dinge geht. Die neu gewonnene Freiheit wird ein ums andere Mal überreizt, da Jugendliche ihre eigenen Grenzen erst noch kennenlernen müssen.

Für Mütter wie für Väter ist diese Zeit alles andere als einfach. Abschied von der Kindheit zu nehmen, ist mit einer gehörigen Portion Schmerz verbunden – auch für die Kinder selbst. Besonders anstrengend ist der ständige Wechsel zwischen Distanz und Nähe. Auf der einen Seite sucht der Jugendliche Orientierung und Nähe, andererseits verspürt er den unwiderstehlichen Drang, in die Welt hinauszuziehen und aus dem Alltag auszubrechen. Konfliktfähigkeit zu beweisen und gleichzeitig fürsorglich zu sein ist eine Aufgabe, mit der manche Eltern schlichtweg überfordert sind.

Klare Abmachungen sind das oberste Gebot

Die Regelung der Ausgehzeiten stellt einen wichtigen Eckpfeiler bei der Erziehung von Jugendlichen dar. Setzt man seinem Kind keine Grenzen, ist der Weg in eine wenig erfolgreiche Zukunft vorprogrammiert. Pädagogen empfehlen, das Zeitlimit mit jedem Lebensjahr um eine Stunde zu verlängern. Jugendliche ab 14 dürfen nach diesem Schema bis 22 Uhr wegbleiben, 15-jährige bis 23 Uhr. Sofern sich das Kind an die Absprachen hält, ist eine Erweiterung der zeitlichen Grenzen durchaus praktikabel. Bei Nichtbefolgen der Abmachungen sind Konsequenzen angezeigt – zum Beispiel den Ausgang für die nächste Woche zu reduzieren oder ganz zu streichen.

So behalten Eltern in Diskussionen die Oberhand

Sich mit einem Teenager über Dinge auseinanderzusetzen, die man selbst schon lange als selbstverständlich betrachtet, kostet eine Menge Kraft. Dennoch ist Konfliktbereitschaft eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Erziehung. Es ist beispielsweise absolut in Ordnung, das Kind zum vereinbarten Zeitpunkt selbst abzuholen. In jedem Fall sollte klar sein, wo sich der Nachwuchs gerade aufhält. Auf typische Argumente wie „irgendjemand wird mich schon nach Hause fahren“ sollte man sich nicht einlassen. Besser ist es, dem Sohn oder der Tochter Geld für ein Taxi mitzugeben. So ist sichergestellt, dass sie sicher nach Hause kommen, ohne auf Bus- und Straßenbahnverbindungen angewiesen zu sein.

Gute Argumente gegen Alkoholkonsum

Unter Jugendlichen gilt das Trinken noch immer als cool – auch wenn in jüngster Zeit einige Statistiken veröffentlicht wurden, die einen rückläufigen Trend aufzeigen. Besonders beliebt sind derzeit Cocktails und die berüchtigten Alcopops. Der harmlos wirkende Mix aus Saft und hochprozentigem Alkohol geht schnell ins Blut und bewirkt einen Rausch, der nicht selten auf der Toilette oder im örtlichen Krankenhaus endet.

Kritisch wird es, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass das Kind sogenannte „Flatrate“-Parties besucht. Spätestens an dieser Stelle sollte man ein klares Wort sprechen und deutlich machen, dass übermäßiger Alkoholkonsum in vielerlei Hinsicht schädlich ist. Freilich lässt sich nicht immer verhindern, dass das Kind dieses Verbot umgeht. Ein einmaliger Ausrutscher ist kein Beinbruch und sollte auch nicht als solcher angesehen werden. Am besten ist es, Verständnis zu zeigen und mit dem Gespräch bis zum nächsten Tag zu warten, wenn sich der Kopf des Kindes wieder aufgeklart hat.

 

Schlagworte: , , , , , , , , ,

 

Keine Kommentare

Seien Sie der Erste, der einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar veröffentlichen


 

*